„Holler for Service“

(D, USA 2025, 77 Min., Dokumentarfilm von Ole Elfenkämper und Kathrin Seward)

Ein Eisenwarenladen in einem Kaff in Georgia als Ankerpunkt menschlicher Begegnungen: In „Holler for Service“ wird das Geschäft zum Schauplatz eines leisen gesellschaftlichen Porträts. Im Zentrum steht Kellie – scharfzüngig, unkonventionell und die gute Seele, die alles zusammenhält. Sie bietet Jugendlichen Arbeit und Tieren ein Zuhause, während sie selbst dezent außerhalb der starren Erwartungen ihrer Umwelt agiert.

Filmplakat „Holler for Service“ © Walnut+Schultz Prodcutions

„Holler for Service“ fängt diesen Mikrokosmos in ruhigen, beobachtenden Bildern ein. In der Tradition der klassischen Mise-en-Scène konzentriert sich der Film fast ausschließlich auf den Laden und sein direktes Umfeld. Zwischen praktischen Erledigungen und absurden Alltagsdialogen offenbart sich eine stille, radikale Form der Fürsorge, die eine Gemeinschaft im Innersten zusammenhält.

Helmut Schulzeck schreibt unter der Überschrift „Die Kamera als erzählende Instanz“ in einer Filmkritik auf infomedia.sh:

„Die Kameraarbeit ist […] bemerkenswert, weil sie zu einer besonders erzählenden Instanz wird. Oft verharrt sie im einmal gewählten Bildausschnitt so lange, bis das Wesentliche im Bild auserzählt scheint. Ein Beispiel: Kellie geht vom auf dem Hof stehenden Gabelstapler ins Lager. Die Kamera bleibt draußen in der vorher gewählten Totale. Man hat Zeit, sich ins Gezeigte ,einzusehen’. […] Das Bild nimmt sich seine Zeit, meditiert geradezu Gleichmut. Selbst bei den einfachsten Motiven bewahrt die Kamera einen ruhigen Blick, der in unserer vom Internet und Werbung bestimmten Hastigkeit fast provozierend lange während daherkommt, und schafft so Atmosphäre. […] Gleichzeitig wird dadurch deutlich, dass der Film oft, wie geschildert, auf seinen gewählten Kamerapositionen verharrt und den Personen und ihrem Tun nicht hinterher hechelt, eine Diskretion gegenüber dem Geschehen bewahrt, die der respektvollen Haltung der Filmemacher gegenüber ihrer Protagonistin entspricht und zugleich das Subjektive im Erzählten unterstreicht.“

Ole Elfenkämper ist voraussichtlich zu Gespräch und Diskussion mit dem Publikum anwesend.

Mi, 10. Juni 2026, 19 Uhr, KulturForum in der Stadtgalerie Kiel

Eintritt: 5 € (erm. 3 €)

Fotos: Filmstills aus „Holler for Service“ © Walnut+Schultz Prodcutions