„Die Cousins“
(BRD/DDR 1988, 90 Min., Regie: Rainer Ackermann, Christian Lehmann, Thomas Plenert)
Um den Jahreswechsel 1936/37 gehen drei junge Hamburger aus dem dänischen Exil nach Spanien, um dort an der Seite einer demokratisch gewählten Regierung gegen die faschistischen Franco-Putschisten zu kämpfen. Viktor und Bruno Prieß sind Brüder. Heinz Prieß ist ihr Cousin. Bruno fällt in der Schlacht am Ebro.
Die Lebenswege von Viktor und Heinz trennen sich 1942 in der französischen Internierung. Heinz kämpft in der Resistance, ist nach dem Krieg Redakteur der „Hamburger Volkszeitung“, siedelt 1951 in die DDR über.
Viktor bleibt zunächst in Nordafrika interniert, wird dann in der Sowjetunion als Fallschirmspringer für die letzte Phase des Krieges ausgebildet, gerät in Konflikt mit der KPD und der KPdSU, wird zu 25 Jahren Lagerhaft in Sibirien verurteilt. Seit 1956 lebt er wieder in Hamburg.
Nach 50 Jahren reisen die Cousins noch einmal nach Spanien. Das Filmteam, das sie bei ihrer Reise und der schweren Arbeit des Erinnerns begleitet, lebt wie die Cousins zum Teil in der DDR und in der BRD. So entstand der erste unabhängig produzierte Dokumentarfilm aus einem gemeinsamen Anliegen und der engen Zusammenarbeit von Filmkollegen aus beiden deutschen Staaten. Ein ungewöhnliches Unternehmen, das gleichermaßen aus der BRD und der DDR unterstützt wurde. Insofern nicht nur historisch, sondern auch filmhistorisch eine „Preziose“.
Rainer Ackermann
1946 in Halle/Saale geboren. Bis 1968 Studium der Anglistik und Germanistik in Potsdam. Danach vier Jahre in verschiedenen Tätigkeiten im DEFA-Studio für Dokumentarfilme. 1972 – 1976 Regiestudium an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg. Danach seit 1977 Regisseur im DEFA-Studio für Dokumentarfilme. Von Beginn an Zusammenarbeit mit Thomas Plenert. Die meisten seiner Arbeiten wurden auf der Internationalen Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche gezeigt. Teilnahme an Festivals in Tampere, Budapest und Warna.
Christian Lehmann
Geboren in Hamburg 1945, Studium der Germanistik, Soziologie und Publizistik (Bredow-lnstitut). Nach Abschluss des Studiums Volontariat beim NDR mit Übergang zur Beteiligung an „unabhängiger Dokumentarfilmarbeit“.
Seit 1972 an diversen Dokumentarfilmen im Kollektiv mitarbeitend, 1975 bei der englischen Dokumentarfilmgruppe Cinema Action an dem Film „The Miners Film“. Seit 1970 Mitbegründung des ersten unabhängigen deutschen Dokumentarfilmverleihs – zuerst unter dem Namen „Sozialistische Filmkooperative“, dann als „Zentral-Film-Verleih Hamburg e.V.“. Diese Verleihtätigkeit löste seit 1974 seine begonnene Filmemacherei vollkommen ab. Als Verleiher tätig bis 1982. In dieser Zeit auch durchgehend tätig als Projektarbeiter in der Deutschen Film und Fernsehakademie Berlin. Seit 1982 Inhaber bzw. Geschäftsführer der Firmen „igelfilm medienvertrieb“ und „igelfilm GmbH – Produktion + Vertrieb“. Anknüpfend an die vielfältigen Verleiherfahrungen sind dies die ersten hauptberuflich betriebenen Versuche in der BRD, so genannt „schwierige“ Filme wie Dokumentarfilme und andere kulturell betonte Filme in die Verleihe des In- und Auslands zu bringen.
Regisseur Christian Lehmann-Feddersen ist zum Gespräch mit dem Publikum anwesend.
Mi, 16. September 2026, 19 Uhr, KulturForum in der Stadtgalerie Kiel
Eintritt: 5 € (erm. 3 €)
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