„Utbüxen kann keeneen – Weglaufen kann keiner“

(D 2015, 90 Min., Regie: Gisela Tuchtenhagen u. Margot Neubert-Marić)

Auf dem Land haben viele Menschen noch ein selbstverständliches Verhältnis zum Tod. Der plattdeutsche Dokumentarfilm (Originalfassung mit hochdeutschen Untertiteln) zeigt, wie wichtig diese Tradition ist.

Johann Petersen, ehemaliger Küster von Hallig Oland und Langeneß, bewahrt alte Gräber. (Foto: Utbüxen Filmproduktion)

Sie sind Tischlermeister, Sargtischler, Bestatter, Totengräber, Sargträger und Totenbitterin. Menschen, für die der Tod zwar Alltag, aber immer noch etwas Besonderes geblieben ist. Sie leben in Ostfriesland, Mecklenburg, Dithmarschen, auf Hallig Hooge und Hallig Langeneß und sprechen alle ihr eigenes Platt. Viele von ihnen sind in Familienbetrieben aufgewachsen, wie Ernst Heinrich Tams, der sich schon als Kind beim Spielen in den Särgen versteckte, die sein Vater und Großvater zimmerten.

Anni Both begleitete die Menschen auf Hallig Hooge als Hebamme, Krankenschwester und Totenfrau buchstäblich „von der Wiege bis zur Bahre“. (Foto: Utbüxen Filmproduktion)

Anders Anni Both: Sie kam als Hebamme auf die Hallig Hooge und musste notgedrungen auch die Toten versorgen. Die Protagonisten erzählen von ihren Erfahrungen und was der tägliche Umgang mit dem Tod und den Toten für sie bedeutet. Dabei wird aber auch deutlich, dass mit den Menschen auch langsam die Traditionen aussterben und ein unausweichlicher Wandel stattfindet. Der Film gewann den Dokumentarfilmpreis beim 20. Filmfest Schleswig-Holstein 2016.

„Utbüxen kann keeneen – Weglaufen kann keiner“, D 2015, 90 Min., HD 16:9, plattdeutsche Originalfassung, (hoch-) deutsche Untertitel. Buch, Regie, Produktion: Gisela Tuchtenhagen und Margot Neubert-Marić, Kamera: Gisela Tuchtenhagen, Ton, Schnitt: Margot Neubert-Marić. Mit: Frieda Lau, Ernst Heinrich Tams, Jürgen Ehlers, Heinrich Warnk, Anni Both (gest. 2014), Johann Petersen u.a. Gefördert aus Mitteln der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein GmbH, der nordmedia Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH und der Kulturellen Filmförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

Do, 6. Juni 2019, 19 Uhr, KulturForum in der Stadtgalerie Kiel

Eintritt: 5 € (erm. 3 €, Geflüchtete frei)

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